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Das TDA1541-Projekt (7): Einbau der Masterclock
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Das TDA1541-Projekt (2): Filterlose Ausgangsstufe
Das TDA1541-Projekt (1): Die Lehren des Kusunoki
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Das TDA1541-Projekt

Teil 7: Der Einbau der Masterclock

 
Das große Finale des Klang-Tunings unseres Marantz CD 65 steht an: der Einbau der Masterclock. Selbstverständlich verhören wir auch diesmal wieder gründlich unser Tuning, schließlich ist noch die Frage offen, ob man Jitter nicht nur messen, sondern ganz einfach auch hören kann...
 
Die McIntyre-Masterclock
Nachdem wir im letzten Blog noch über ein Konzept einer hochwertigen Masterclock gesprochen haben, hat sich auf nicht wirklich wundersame Weise das Konzept nun in ein Produkt verwandelt. Selbstverständlich folgt die McIntyre-Clock exakt dem vorgeschlagenen Konzept. Also zerlegen wir unseren Projekt-Player ein letztes Mal und statten ihn mit der edlen Masterclock aus.
 
 
Home-Improvement
Im Inneren des Gehäuses finden wir auf jeden Fall ein Plätzchen für die Clock. Da ist zum einen der gesamte Bereich rechts neben der Hauptplatine frei. Aber viel interessanter ist der, nun ja, Steg vor der Platine, da der Einspeisepunkt für den Taktgeber am Tuning-Chip 7220noOS liegt, und der versteckt sich im Bild ziemlich genau unter dem Motor des Schubladenantriebs. Wenn wir ein Signal mit knapp 12 Megahertz erzeugen und an einem entfernten Punkt einspeisen, dann sollte man schon alleine wegen der EMW die Leitungen nicht zu lange werden lassen. Also wählen wir als Einbauort für die Clock den Platz neben dem Laufwerk und vor der Platine.
 
 
Es gibt zwei Möglichkeiten, die Clock an das System CD-Player anzuschließen. Der 7220noOS Replacement-Chip bietet die Möglichkeit, eine externe Masterclock direkt auf seine Platine zu löten, sie direkt für den Reclocker zu nutzen und ins System einzuspeisen. Das ist sicherlich die optimale Lösung, aber wer auf das letzte Fuzzelchen Performance verzichten kann, dem steht ein zweiter Weg offen, den man immer bei der Standard-Nachrüstung einer Masterclock beschreitet, weil er auch mit den Standard-Chips funktioniert.
Bei dieser Standard-Variante speist man das Taktsignal am Pin 11 (XIN) des SAA7220 oder 7220noOS ein, muss aber die bestehende Außenbeschaltung des alten Quarzoszillators entfernen, damit Pin 10 (XOUT) leer läuft. Der alte Quarz dürfte leicht zu finden sein und gibt nach seiner Entfernung gleich ein Lötpad für die neue Clock frei. Um an die Bürde-Kapazitäten und den Parallelwiderstand heran zu kommen, muss man aber die Platine umdrehen, denn diese Bauteile sind üblicherweise als SMD ausgeführt. Als Zweipole sind sie dennoch leicht auszulöten.
 
 
Die zum Taktsignal korrespondierende Masseleitung muss (!) am Pin 12 (VSS = Masse) oder in unmittelbarer Nähe mit der Masse des Players verbunden werden. Denn je weiter entfernt man die Masseleitung anlöten würde, desto größer würde die Fläche, die die beiden Leiter aufspannen. Fläche ist - zumindest hier - gleichzusetzen mit Antenne; die sollte so klein wie möglich gehalten werden, und damit die Antenne nicht gerichtet abstrahlt, verdrillen wir Hinund Rückleiter zusätzlich miteinander.
Natürlich braucht die Masterclock auch eine Versorgung. Die Masseleitung schließt man jetzt aber nicht mehr mit an, weil man sonst eine Art Brummschleife innerhalb des Geräts bauen würde, die mit ziemlicher Sicherheit zum Totalausfall führte. Stattdessen wird ausschließlich die "heiße" Leitung verlegt. Die Masterclock fordert eine Eingangsspannung von neun Volt oder höher. Die geregelten 15 Volt lassen wir jedoch in Ruhe, sie sind für den Wandler und die Analogstufen bestimmt. Stattdessen zapfen wir die ungeregelte +10 Volt Versorgung am Eingang des 5 Volt Stabis an, denn die bietet reichlich Strom, hat keine kritischen, analogen Verbraucher, und in der Nähe des großen Siebelkos findet sich auf jeden Fall ein passender Lötpunkt für die Leitung.
 
 
Derart verkabelt und bitte auch mechanisch befestigt wird die Masterclock funktionieren, weshalb wir den CD-Player wieder komplettieren und zum Soundcheck schreiten können.
 
 
 
Soundcheck once again
 
 
Um die Grundtugenden unseres CD-Players nochmals zu verifizieren, macht Livingston Taylor mit "Isn't She Lovely" von der Manger-Test-CD den Anfang. Eigentlich dürfte das ein alter Stevie Wonder Song sein, den Taylor aber ganz anders als Wonder interpretiert: grundsätzlich sehr relaxed und laid back, sehr sparsam instrumentiert, aber der verbliebenen Stimme und den Gitarren werden Raum und Dynamik zugestanden, wo doch "seichte" Songs üblicherweise tot komprimiert werden. Taylors Stimme kommt vom Marantz mit einem tollen Volumen und gleichzeitig butterweich. Den dynamischen Kontrapunkt setzt Taylor selbst mit dem gepfiffenen Intro, das er am Schluß nochmals aufgreift und variiert. Diese Pfiffe, genauso wie der Solo-Part der Akustik-Gitarre, pfeffert der noOS-/noFi-Marantz so ansatzlos, blitzsauber und im wahrsten Sinne des Wortes anspringend in den Raum, dass sich bestimmt der eine oder andere Hörer erschrecken wird.
 
 
 
Vom Grundtempo her eine ganz andere Nummer ist Didier Squibans "Porz Gwenn" (L'Oz Productions B00061H3M6). Während zu Anfang von "Variation 7: marche" noch die inzwischen lieb gewonnene Tempofähigkeit des Players besticht, fällt das Augenmerk im weiteren Verlauf auf die kristallklaren und präsenten Höhen, die man so nicht in Erinnerung hat. In den oberen Lagen klingt der Flügel wie "frisch gewaschen", ist aber immer noch eindeutig als Steinway zu erkennen. Das mag der erste Hinweis auf reduzierten Jitter sein. Übrigens, der Nachhall der Aufnahme (die Stücke wurden in einer Kirche eingespielt) ist zum sich Reinlegen schön...
 
 
 
Nun aber: Jitter, respektive seine Abwesenheit, hört man am deutlichsten bei Geigen, idealerweise einer Solovioline. Das ist ein reiner Erfahrungswert und wissenschaftlich eher schwierig zu verargumentieren. Möglicherweise begründet sich dies in der hohen Grundfrequenz und den vielen Obertönen, die eine Violine nun mal hat, plus dem extrem schnellen Vibrato bei klassischer Spielweise. Aber Beweisen ist wie gesagt schwierig. Jedenfalls klingt eine Solovioline rein tonal bereits anders und lässt sich viel leichter einem Hersteller zuordnen, als dies bei einem Allerwelts-Player möglich wäre. Beispielsweise sagt man einer Stradivari nach, dass sie vielleicht nicht den schönsten, sprich angenehmsten Ton hätte, dass sie sich aber gegen das Orchester gut durchsetzen könne - nicht unwichtig für ein (kleines) Soloinstrument. Anne-Sophie Mutter besitzt eine oder womöglich auch mehrere der italienischen Kostbarkeiten. Wenn Sie nur fünf Minuten Zeit zum Probehören eines CD-Players haben, dann gönnen/geben Sie sich Mutters Einspielung der "Vier Jahreszeiten" gemeinsam mit den Trondheimern (Deutsche Grammophon 463-259-2), ein ultimativer Prüfstein für jede Anlage. Das Solo zu Beginn des "Winter" kommt vom Projekt-Marantz so abartig schnell und dennoch präzise, dass meine Aufnahmefähigkeit ihre Grenzen erreicht, während der Player völlig mühelos suggeriert, er könne durchaus noch zulegen. Das alleine ist schon beeindruckend, aber darüber hinaus hat Mutters Geige soviel Energie und tonale Eigenständigkeit, sprich Biss, dass wirklich niemand befürchten muss, sie könnte gegen das Orchester nicht bestehen. Chapeau Marantz, wer hätte zu Beginn des Projektes daran gedacht, was eine "kleine" Frischzellenkur aus dir macht?
 
Ausblick
Obwohl wir mit der Masterclock das Sound-Tuning abgeschlossen haben, wird es noch einen finalen TecBlog dieser Reihe geben. Wie man ein Resümee zieht, vielleicht die Lehren des Kusunoki noch einmal aufgreift, wird man sehen. Auf jeden Fall aber werden wir eine Liste mit CD-Playern bringen, die alle für dieses noOS/noFi-Tuning geeignet sind.
 
 
Bis zum nächsten Mal,
Ihr Team von McIntyre-HiFi
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