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Das TDA1541-Projekt (1): Die Lehren des Kusunoki
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Das TDA1541-Projekt

Teil 1: Die Lehren des Kusunoki

 
In den Jahren 1996 und folgende veröffentlichte ein bis dahin in der Audiowelt unbekannter Ryohei Kusunoki im japanischen MJ-Magazin eine Reihe von DA-Wandlern, die die gängige Lehrmeinung bewusst ignorierten. Seine ausgangsfilterlosen, non-Oversampling-Schaltungen haben für Furore gesorgt - und tun es noch heute.
 
Die Kusunoki-DAC
Die Schaltungstechnik der Kusunoki-DAC ist tatsächlich von einer sehr schlichten Eleganz: Der SPDIF-Receiver schickt die Audiodaten direkt und ohne jedes Oversampling an einen beziehungsweise mehrere TDA1543, der innerhalb der Philips-Multibitwandler als "kleiner" Bruder des beinahe legendären TDA1541 gilt. Die Strom-/Spannungswandlung erfolgt rein passiv, was von den Philips-Entwicklern so auch nicht gedacht war. Und auf ein analoges Ausgangsfilter verzichtet man gleich komplett.
Diese drei markanten Merkmale lassen jeden studierten Elektrotechniker kreidebleich erblassen. Trotzdem muss das Konzept etwas haben, denn die noOS/noFi-Bewegung erfreut sich bester Gesundheit.
 
Die Lehren des Kusunoki
Die Philosophie hinter seinen Schaltungen hat Kusunoki-San in mehreren Publikationen ausführlich dargelegt. Wir stellen die wichtigsten Thesen hier vor, und zwar ungeachtet der für Profis manchmal ungewohnten Sichtweise, die Kusunoki vertritt:
  • Die Funktion des analogen Ausgangsfilters könne auch vom menschlichen Gehör übernommen werden, das in erster Näherung nichts anderes als einen steilen Tiefpass mit einer Grenzfrequenz noch unter 20 kHz darstellt.
  • Die Wahl der TDA1543 in seinen Designs war einerseits Zufall, andererseits ermöglichten sie durch ihre hohe Stromlieferfähigkeit eine rein passive I/V-Wandlung durch einfache Widerstände, die deutlich besser klingen sollte als eine aktive Wandlung mit Operationsverstärkern.
  • Nicht das Upsampling von Audiodaten bringe Probleme, sondern erst die sich anschließende Interpolation, was beides zusammen das Oversampling ergibt. Die Interpolationsfilter müssen sehr steil Frequenzen jenseits der 20 kHz abschneiden, was das Timing der Musik verschmierte - im Original: "diffusion of sound coherence".
  • So entstand die Forderung nach dem Verzicht auf Oversampling, beziehungsweise die Forderung nach Upsampling plus Interpolation mit Filtern sehr kleiner Ordnung. Die dadurch noch vorhandenen hochfrequenten Anteile würden vom Gehör (siehe oben) nicht wahrgenommen.
  • Man dürfe aus höheren Abtastraten nicht den Schluss eines erweitert nutzbaren Frequenzbereichs ziehen, denn da das Gehör hinsichtlich der Frequenzen limitiert ist, würde sich lediglich im Zeitbereich eine höhere Auflösung einstellen.
 
Der Projektauftrag
Da sich noOS/noFi-Geräte nachwievor großer Beliebtheit erfreuen, ist eine rein theoretische Verdammung des Konzepts hinfällig - die findet man außerdem zigfach im Internet. Stattdessen wollen wir im Folgenden einen CD-Player Schritt für Schritt zum noOS/noFi-Gerät umbauen und dabei die "Verwandlung" nicht nur messtechnisch, sondern auch in Hörsessions begleiten.
Als Technologieträger haben wir uns einen Marantz CD65 MKII ausgesucht, der mit seinem CDM4-Laufwerk und dem klassischem Philips-Chipsatz, bestehend aus SAA7210-Dekoder, SAA7220-Digitalfilter und TDA1541-Wandler, schon von Hause aus respektabel klingt. CD-Player mit diesem Chipsatz findet man noch ohne Probleme, schließlich wurden allein von Philips, Grundig und Marantz enorme Stückzahlen gebaut, und die CDM4-Laufwerke inklusive Laser gelten als sehr langlebig, solange man von der Schubladenmechanik absieht - was wir nur bestätigen können.
 
 
 
Allerdings ist es unsere Sache nicht, einfach drauflos zu basteln. Jede Umbau-Phase unterfüttern wir mit dem entsprechenden Background, schließlich sollte man sich der Auswirkungen seines Tuns bewusst sein, was übrigens nicht nur für die Elektronik gilt. Und wir wären nicht McIntyre, wenn nicht die ein oder andere Röhre ins Spiel käme...
 
 
Bis zum nächsten Mal,
Ihr Team von McIntyre-HiFi
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